Gilt Schengen auch für Ausserirdische? – oder: Männer in Schwarz

Vor ein paar Tagen lief im Fernsehen Men in Black II, und der Film hat mich nachdenklich gemacht. Nicht sofort: während des Films war ja genug Klatsch-Batsch-Bumm-Glitzer-Äktschn, um einen abzulenken, aber hinterher kam ich ins Grübeln. Kann sich irgendjemand die Organisation der Men In Black im Amerika des Jahres 2007 vorzustellen, oder in Deutschland? Diese Truppe cooler Alien-Hüter hat mit der derzeitigen Stimmung in den USA so gar nichts zu tun. Allein schon der Alien, der zu Anfang des Films in den U-Bahn-Schächten unter New York das hintere Ende eines U-Bahn-Zuges verspeist — der würde heutzutage erschossen, bevor er sein Maul öffnen kann, wenn er nicht sowieso schon in Ketten in irgendeiner Salzmine versauert, Terrorgefahr und so…

Diese Typen mit den schicken schwarzen Anzügen und den Sonnenbrillen gehen derartig locker mit anderen Lebewesen, Kulturen und Ansichten um, wie es eigentlich nur New Yorker können. „Mein Pizzabäcker ist ein Alien, ja und? Mein Onkel war mongolischer Hirte, und meine Uroma äthiopische Prinzessin — was interessiert mich, wieviele Arme mein Pizzabäcker hat?“ Bei so einem Satz hätte die Hälfte der US-Zollbehörde vermutlich einen Herzinfarkt, vom durchschnittlichen Farmer in Kansas mal ganz zu schweigen. Hey, sogar der Einreiseschalter im Film ist irgendwie cool, locker, gut drauf. Wenn es dagegen in den heutigen USA irgendwo einen Alien-Einreiseschalter gäbe, dann stünden da genug Panzer drumrum, um Bagdad einzunorden. Und das Alienkind, was die Aktenmappe vom Tisch zieht, hätte vermutlich plötzlich keinen Arm mehr.

Und in Deutschland? Meine Güte, wie sieht denn da die Gesetzeslage aus? Gilt Schengen auch für Ausserirdische? Und wie schiebt man jemanden ab, der aus 38 Lichtjahren Entfernung gekommen ist? Da muss erstmal eine ordentliche Juristenkommission dran, bevor hier irgendein Herr K. eine Sonnenbrille aufsetzt, jawoll ja!

Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, mir bei der nächsten Einreise in die USA all diese paranoiden Uniformträger am Zoll als Jay und Kay vorzustellen. Vielleicht komme ich mir dann nicht so vor, als würde gerade um meine Hinrichtung verhandelt…

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