Steuereintreiber auf eigene Rechnung

Heute morgen wieder in der Zeitung gelesen, wieviele Milliarden an Steuergeldern Staat und Ländern durch die Lappen gehen, weil es zuwenig Steuerprüfer in den Finanzämtern gibt. Stattdessen werden Finanzbeamte in Frührente geschickt, weil sie zuviel Geld kosten.

Bwwaaas?

„Käpt’n, wir haben ein Leck! Meine Mechaniker arbeiten dran, aber wir könnten hier unten noch ein paar Männer gebrauchen!“ „Danke, Herr Bordingenieur, ich habe verstanden. — ACHTUNG, ACHTUNG, HIER SPRICHT DER KAPITÄN! BITTE BEGEBEN SIE SICH UNVERZÜGLICH ZU DEN RETTUNGSBOOTEN! BORDINGENIEURE UND MECHANIKER ZUERST!“

So ein Verhalten legt doch nahe, dass da jeder seinen Geschäftsbereich optimieren will (in diesem Fall muss wohl das Finanzamt Personalkosten sparen) und dabei der Gesamtüberblick verloren geht! Sonst hätte doch längst jemand gesagt: „Wisst ihr was, liebe Finanzamtchefs, dieses Jahr wird euer Etat einfach mal um ein paar Millionen aufgestockt. Macht was draus und enttäuscht uns nicht.“ Und die Sache mit dem „wir könnten ja Milliarden an Steuergeldern fangen, wenn wir nur ein paar Leute mehr hätten“ geht ja mittlerweile jahrelang so; ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wann ich einen derartigen Artikel das erste Mal gelesen habe.

OK, aber da vermutlich weiterhin jeder einzelne Ressortchef nur spart, spart, spart und keiner die Verantwortung dafür übernehmen will, mal ein paar Millionen zu investieren, um ein paar Milliarden zu ernten — wie kriegt man die Löcher gestopft, ohne dafür Geld auszugeben?

Ein Vorschlag: Privatisierung! Bei der Bahn bin ich ja dagegen, aber hier…

Wenn das alles für die öffentliche Hand zu teuer wird, dann lasst doch freiberuflich arbeitende, vereidigte Steuerprüfer auf eigene Rechnung auf die Firmen los. Die müssten sich verpflichten, Stillschweigen zu bewahren über das, was sie in den Büchern der Unternehmen finden, aber sie dürften Steuervergehen aufstöbern und 10% der eingetriebenen Nachzahlungen behalten. Das sollte erstens diesen Leuten ein fürstliches Einkommen verschaffen, zweitens ein paar Löcher im Haushalt stopfen, und drittens hätte das den Vorteil, dass vor allem die fettesten Firmen jedes Jahr geprüft werden. Für die kleinen Fische, die für die selbstständigen Steuerprüfer nicht interessant sind, reichen dann auch die fünfeinhalb regulären Hansel in den Finanzämtern.

Muss gleich mal ein paar Mails schreiben…

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