Scharade-Strategie

Ich komme immer noch nicht darüber hinweg, was für Begriffe beim letzten Scharade-Spiel so problemlos geraten wurden. Die Strategie ist ja grundsätzlich klar:

  • Abstrakte Begriffe sind schwieriger darstellbar als dingliche: „Bier“ ist mit einer einfachen Zapfbewegung bereits definiert, „Bruttosozialprodukt“ wird da schon schwieriger.
  • Kurze Begriffe sind schwieriger darstellbar als lange: „Bruttosozialprodukt“ kann man aufteilen. Man zeigt „brutto“ (z.B. irgendwas wiegen (Brutto), Gefäß wiegen (Tara), Inhalt wiegen (Netto) — irgendwer wird schon darauf kommen), man zeigt „sozial“ (vielleicht über asozial oder Nationalsozialisten), und man zeigt ein Produkt — falls das dann überhaupt noch nötig ist. Ein Begriff wie „synchron“ ist nicht ohne weiteres teilbar, da muss man schon anders vorgehen.
  • Ausländische Begriffe sind schwieriger darstellbar als deutsche. Das liegt z.T. vermutlich zum einen daran, dass sie häufig auch nicht so recht dinglich sind, wie z.B. „Utah“ oder „Put-Call-Parität“ (OK, „Utah“ kann man anfassen, aber eigentlich fassbar ist es ja nicht, oder?) . Zum anderen liegt es daran, dass man diese Begriffe schlechter zerteilen und darstellen kann, besonders, wenn sie aus Sprachen stammen, die Darsteller und Ratende nicht sprechen. „Put“ und „Call“ sind ja noch einfach und lassen sich wunderbar pantomimisch zeigen, aber die Bestandteile von „Brakna“ nicht so gut.

Fein, wenn man also einen abstrakten Begriff gewählt hat, der möglichst noch kurz ist, dann hat man schon dafür gesorgt, dass die Leute sich über das „Hund! Katze! Maus!“-Niveau hinaus anstrengen müssen. Dann können sie im Idealfall auch nicht mehr silbenweise stückeln, sondern müssen tatsächlich mal schauspielern.

Und dann haben wir auch jemand wie Roman, einen Baum von einem Mann, der die Synchronschwimmerinnen derart elegant geben kann, dass er damit das begeisterte Publikum binnen 15 Sekunden zu „synchron“ führt.

Applaus, Applaus, Applaus! :-)

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