Wieder mal NaNoWriMo

Wieder mal November, wieder mal National Novel Writing Month, wieder mal hacken überall auf der Welt Tausende von Leuten Millionen von Wörtern in die Tastaturen, wieder mal macht Frau Jordans mit und wieder mal drücke ich mich. Jetzt könnte ich natürlich als Entschuldigung anführen, dass ich die ersten Tage des Monats auf einem Seminar war und keine Zeit hatte, und in den nächsten Tagen habe ich auch noch einige Termine, aber das ist alles nicht der Hauptgrund.

Der Hauptgrund ist einfach, dass im Moment keine Geschichte rauswill.

OK, irgendwo schwirrt noch die Selbstmörder-Prinzessin im Hinterkopf rum, aber da fehlt zwischen Anfang und Ende noch einiges an spannender Handlung. Und ich weiß, dass ich mich gerne mittendrin von meinen Charakteren überraschen lasse, aber das sind dann Überraschungen, die sich in einer eigentlich anders geplanten Situation ergeben.

Ich segele ungern völlig planlos in den Nebel. Wenigstens ein paar Eckpunkte sollten klar sein, sowas wie A-B-C-G-K-Q-R-Z. Von mir aus sind A oder Z auch optional, und wenn ich bei C bin, dann werde ich schon irgendwie nach G kommen — aber die kühne Fahrt von A nach Z ohne eine Ahnung, wo ich zwischendurch festen Boden unter die Füße kriege? Nee.

Da fehlt mir auch der Druck, das Ding zu Papier zu bringen. In diesem Stadium ist die Geschichte derart unreif, dass sie sich noch lange hält. Und da lasse ich ihr lieber noch ein wenig Zeit und stecke meine statt dessen in Familie, Arbeit, Freunde, Spielen, Hausbau…

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4 Antworten zu “Wieder mal NaNoWriMo

  1. Also, ich hatte ja dieses Jahr einen etwas verspäteten Start. Wenn alles gut geht, packe ich heute die 10000 und wenn ich richtig reinklotze, können, nein, müssen am Wochenende die 25000 erreicht werden, wenn ich noch eine Chance haben will. Und ich stelle fest: ich genieße es, ohne Plan und Ziel in den dichten Nebel zu fahren. Das und nur das erlaubt es mir nämlich, den inneren Lektor kaltzustellen und wirklich auch den größten Scheiß zu schreiben. Wenn man nicht weiß, wo man hinwill, kann man sich auch nicht verfahren. Andererseits bin ich mir jetzt schon ziemlich sicher, dass dieses Machwerk den heimischen Computer nie verlassen wird. Ist einfach zu grottig. Da stellt sich schon die Frage: ist das sinnvoll? Sollte ich die Zeit nicht lieber für eines meiner „ernsthaften“ Projekte nutzen? Ist ja nicht so, als gäbe es da keine … ein Kinderbuchmanuskript schlummert immer noch auf Überarbeitung wartend auf meiner Festplatte, mein „Lebenswerk“, die Geschichte um GorTara, will immer noch geschrieben werden (da habe ich mich letztes Jahr zum NaNoWriMo dran versucht und das ging gar nicht … schreibe nie was zum NaNoWriMo wo dein Herz dran hängt sagt Chris Baty und er hat recht), ein Hörspiel liegt immer noch als Rohdaten-DVD neben meinem Schreibtisch, für ein Musical-Libretto fehlen immer noch drei bis vier Songtexte und einige Dialoge, und mit Splitter und Bruch liegen mindestenes zwei weitere halbfertige Romanprojekte auf meiner Festplatte, die es echt wert wären, zu Ende geschrieben zu werden. Und da habe ich nichts besseres zu tun, als eine komplett neue Sache anzufangen? Aber seien wir ehrlich, es ist nur ein Monat … noch dazu einer, wo ich abends so kaputt bin, dass ich, würde der NaNoWriMo-Zeitplan mich nicht zweingen, mich abends garantiert nicht an den Schreibtisch setzen und an irgendeinem dieser Projekte einen Fortschritt erzielen würde. Ich habe also nichts zu verlieren. Und es ist gut, überhaupt mal wieder was zu schreiben, ich dachte nämlich schon, ich hätte es verlernt. (Okay, in Anbetracht der Qualität könnte man jetzt auch sagen, ich habe es offenbar verlernt … zumindest kommen mir die Dinge, die ich früher geschrieben habe, besser vor … aber vielleicht meine ich das auch nur).

  2. Hmmm… was willst Du eigentlich beim Kinderbuch noch verbessern?

    Ich frag nur so. Mir ist nämlich neulich eingefallen, dass meine Frau Gemahlin davon noch eine ältere Version irgendwo rumfliegen haben müsste, und die Versuchung ist groß, das mal hinter Deinem Rücken an ein paar Verlage zu schicken. Spätestens, wenn Du das „Ja, interessant, käme in Frage, schicken Sie uns doch mal die aktuelle Version“-Schreiben kriegst, machtest Du Dich doch an die Überarbeitungsarbeit, oder?

    *fies grins*

  3. Das Hauptproblem ist, dass ich nicht so recht weiß, ob ich eine Geschichte zum Vorlesen daraus machen will, dann kann es fast so bleiben wie es ist, oder eine Erstleser-Geschichte, in welchem Fall sprachlich vieles vereinfacht werden müsste.

    Das ist überhaupt das größte Problem. Es ist eine ganze Weile her, dass ich selber sieben Jahre alt war, und auch, wenn ich mich an einiges noch ganz gut erinnern kann und glaube, dass mir das Buch damals gefallen hätte, habe ich keine Ahnung, was Siebenjährige heutzutage so umtreibt, welche Vorstellung die von der Welt haben und was die verstehen und was nicht.

    Andererseits sind das wahrscheinlich genau die Fragen, auf die ein Lektor bei einem Kinderbuchverlag eine Antwort hätte.

    Und dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit, sich eine Agentur zu suchen … ich habe sogar eine Cousine zweiten Grades, die Literaturagentin ist (von deren Existenz ich aber auch nur durch das Internet weiß und sie von meiner wahrscheinlich gar nix).

    Im Dezember … im Dezember wird alles besser, da habe ich dann auch Zeit für sowas.

    Außerdem hat diese Geschichte immer noch keinen brauchbaren Titel, nicht mal einen Arbeitstitel. Das ist doch peinlich, so kann man das doch nicht wegschicken.

  4. OK, kein Problem, ich kümmer mich dann drum.

    }:->

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