Der Untergang des christlichen Abendlandes, mal wieder

Ein „Manfred“ ohne Nachnamen zeichnet in seinem Blogartikel „Strategien des Gegendjihad“ das Bild einer konzertierten islamischen Unterwanderung der Welt. Recht belesen, zumindest lässt er eine Menge Buchtitel fallen, aber offenbar lebt er in einer anderen Welt als ich.

Diese kurze Gegenmeinung hatte ich ursprünglich als Kommentar gedacht, setze sie aber hierhin, weil sie lang genug geworden ist für einen eigenen Eintrag. Ausserdem sollte ich das noch präzisieren und erweitern. Später.

Voilà:

Herr Manfred, ich stimme schon ihrem ersten Abschnitt nur eingeschränkt zu, und je weiter ich lese, desto stärker regt sich Widerspruch.

Erstens: die Milliarden Moslems auf der Welt sind ebensowenig eine vereinte Djihad-Front, wie die Milliarden Christen ein geeinter Kreuzzug sind. Zumindest in den überwiegend islamischen Ländern, wo die Religion nicht als einendes Moment in der Diaspora fungieren muss, sind die meisten Menschen diesbezüglich recht entspannt.

Zweitens: ich hatte muslimische Klassenkameraden, Kommilitonen und Kollegen, und von denen war einer tiefreligiös — der war aber eher ein milder Mönch als ein Gotteskrieger. Ich habe schon Pfarrer erlebt, die militanter waren.

Drittens: Sie postulieren, ohne das weiter zu erläutern, eine Art muslimische Gehirnwäsche, die jeden Moslem zu einem Djihadisten macht, „sogar ohne dass diese Menschen sich auch nur bewusst sein müssten, dass sie Djihad treiben“. Weiter unten schränken Sie beim Thema „Massen von Moslems integrieren sich im Westen, aber nur zum Schein !“ selbst ein, dass „ein solcher Massenbetrug schwer zu organisieren ist“.
Nochmal: abgesehen von ein paar Freaks sind Moslems ganz normale Menschen. Jeder Moslem ist qua Tradition eine Ein-Mann-Schläfer-Djihadistenzelle? Nee, is klar…

Viertens: Der Versuch, dem Islam auch noch die Mafia in die Schuhe zu schieben, ist albern. Die Mafia hat ihre Wurzeln in Süditalien und auf den italienischen Mittelmeerinseln, aber die Überschneidung mit den maurischen Gebieten ist minimal. Oder ist auch Spanien seit Jahrhunderten fest in der Hand der Mafia, und es ist bisher nur niemandem aufgefallen? Ausserdem ist die Mafia streng katholisch und eng mit der katholischen Kirche verzahnt.

Fünftens: Sie zeichnen einen kühnen Bogen von den Gesetzen in den mittelalterlichen muslimischen Eroberungen zu den heutigen Moslems in Westeuropa und unterstellen, dass es eine moderne konzertierte Islamisierungsstrategie gäbe, die im heutigen Westeuropa genauso walten kann wie in den militärisch eroberten und kontrollierten Gebieten des Mittelalters. Auch dies ist albern: erklären Sie mir doch bitte, wo in Deutschland es eine „Diskriminierung und Demütigung der ‚Ungläubigen'“ gibt, die „permanente strukturell verankerte Gewaltandrohung“ durch Ordnungskräfte und Justiz oder gar die „Beherrschung des öffentlichen Raumes“ durch Moscheenbau und Verbot von Ausübung nicht-islamischen Glaubens? Also bitte

Was die Kritik am Islam angeht: ja, da sind viele Leute dünnhäutig, besonders, wenn sie sich in der Minderheit befinden. Aber im Iran zum Beispiel gibt es Gelehrte, die Thesen vertreten, für die sie hier in der Diaspora vermutlich ausgestoßen würden. Auch wieder eine Frage der Selbstsicherheit.

Kurze Gegenthese: Jede objektiv oder subjektiv benachteiligte Bevölkerungsgruppe sucht nach einem vereinenden und definierenden Moment. Das kann ein Fußballverein sein, der Glaube oder ein Stadtviertel. Ein Versuch, diesen vereinenden Faktor anzugreifen, wird Widerstand hervorrufen. Erfolgversprechender ist die Förderung und Integration dieser Bevölkerungsgruppe.

(OK, ganz so kurz ist es jetzt nicht geworden, aber für eine ausführlichere Antwort fehlt mir heute Nacht die Zeit.)

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16 Antworten zu “Der Untergang des christlichen Abendlandes, mal wieder

  1. Stellt sich eigentlich nur noch die Frage weshalb du so nen Scheiss überhaupt liesst?

  2. Ja, offenbar wird das Konzept „böse Islamisten planen die Unterwerfung des Westens“ (und sowieso Schuld an allem) heute ebenso gerne angenommen wie dereinst „die Juden sind unser Unglück“ (und Schuld an allem). Ich kriege immer die Krise, wenn auch ansonsten ausgesprochen intelligente und scharfsinnige Menschen voll auf den abendländischen Propaganda-Zug aufspringen. Ich habe z.B. in Kanada einen Briten kennen gelernt, Buddhist und da offenbar auf seinem „Weg“ auch schon relativ weit gekommen, ein großartiger Zuhörer und Vermittler mit ziemlich korrekten Vorstellungen zu ziemlich vielen Dingen. Nur beim Thema Islam, da tickte der total aus und sah überall Terroristen. Mir wird immer klarer, warum Faschismus so problemlos (und in so vielen Ländern, war ja nun wirklich kein rein deutsches Phänomen, auch wenn es von den „Siegermächten“ gerne so dargestellt wird) funktioniert hat. Menschen lassen sich einfach gerne verführen, zu Hamburgern, Chips und Coca Cola ebenso gerne wie zu religiösen oder politischen Weltanschauungen. Selber denken ist mindestens so anstrengend wie selber kauen und wird tunlichst vermieden. Massenträgheit ist eben nicht nur ein Begriff aus der Physik.

    Und ich muss wirklich unbedingt diese GorTara Geschichte schreiben.

  3. @Buschnick: Der Titel „Strategien des Gegendjihad“ hat mich neugierig gemacht. Unter Djihad kann man sich ja allerlei vorstellen.

    @Capella: Manfred klingt durchaus so, als würde er selber denken — sein Artikel ist ja recht eloquent. Seine Weltsicht aber scheint eine völlig andere zu sein als die meine, und das, was er da an Büchern zitiert, eröffnet auch einen Einblick in eine Welt, die von so etwas wie Verfolgungswahn geprägt scheint.

  4. Da gab es neulich einen Artikel bei heise zu, glaub ich … die ganz normale Paranoia nimmt zu.

    Moment, searching … ah, hier, Herr Rötzer war’s

    http://www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/28/28963/1.html&words=Verfolgungswahn&T=verfolgungswahn

  5. Sie unterliegen dem alten Fehler, den Islam als Ideologie und den Moslems als Menschen im allgemeinen zu verwechseln.

    Ist der Islam als politische Religionsideologie einschließlich der Scharia aus westlicher Sicht so erfreulich, daß man ihn nicht ablehnen darf?

    • Herr Heinzel,

      ich kann Ihrem Vorwurf, Menschen mit Ideologien zu verwechseln, nicht folgen. Können Sie das erläutern?

      Und weder ich noch Manfred, der Verfasser des ursprünglichen Artikels, hat irgendwas über die Scharia gesagt. Ich lehne sie auch nicht aus „westlicher Sicht“ ab, sondern aus humanistischer. Das führt aber nicht dazu, dass ich den kompletten Glauben ablehne, genausowenig, wie ich irgendeinen anderen Glauben wegen seiner Auswüchse ablehne. Solange weltliches Recht unangefochten vorgeht, habe ich nichts gegen Religionsausübung.

      Die Moslems, die ich kenne, scheinen auch durchaus keinen islamischen Gottesstaat samt islamischer Rechtssprechung einführen zu wollen. Aber vielleicht haben die sich ja immer alle verstellt und ihre Mitmenschen getäuscht…

  6. „Solange weltliches Recht unangefochten vorgeht, habe ich nichts gegen Religionsausübung.“

    das ist leider der zentrale punkt: der islam als religionsideologie sieht zwingend den koran als gotteswort, dessen regeln IMMER über jeder von menschen gestalteten ordnung steht.

    Und Sie sind schon wieder bei den moslems, die Sie kennen. ich aber rede von der ideologie des islam.

  7. ach ja.. die scharia ist unabtrennbarer bestandteil des islam. das lässt sich also bei der frage der religionsakzeptanz nicht irgendwie human abtrennen.

    • Heißt das, dass all die Moslems, die sich hier weltlichem Recht unterwerfen und sich nicht für jeden Streit an ihren örtlichen islamischen Kadi wenden, schon gar nicht mehr dem Islam angehören?

  8. nicht unbedingt.

    der islam erlaubt durchaus, sich in den gebieten, in denen der islam (noch) nicht herrscht, eine gewisse (vorläufige) anpassung.

    im übrigen unterwerfen sich die moslems den hiesigen gesetzen nicht ganz freiwillig, sondern die gesetze werden einfach auf sie angewandt, oder?

    nicht ohne grund fordern moslems ab einer gewissen stärke, zb in GB, daß die scharia (zunächst für sie) eingeführt wird. in kanada war dies bis vor kurzem für einige jahre der fall, in GB gibt es seit 2008 bereits ein erstes schariagericht.

    und wer tatsächlich die hiesige verfassung über den koran stellt, dürfte von seinen glaubensgeschwistern nicht mehr als moslem angesehen werden.

    • Herr Heinzel,

      war bzw. ist denn in Kanada und GB die Scharia neben der weltlichen Rechtsprechung gleichberechtigt? Schließlich gibt es ja auch hier so etwas wie Schiedsleute und Moderatoren, die Streitfälle aussergerichtlich lösen.

      Ich möchte ja nicht vor einem Schariagericht stehen — aber solange beide Parteien aus freien Stücken erklären, sich an den Schiedsspruch zu halten und einen dahingehenden Vertrag unterschreiben, dürfte der Spruch eines Schariagerichtes auch vor einem weltlichen deutschen Gericht Bestand haben, oder? Man kann ja Streitfälle sogar per Münzwurf beilegen oder indem man einen wildfremden Menschen um eine Entscheidung bittet — da finde ich es nicht völlig abwegig, einen Kadi heranzuziehen.

      Was das „Verfassung über Koran“ angeht: Das darf natürlich nicht sein.
      Aber glauben Sie denn wirklich, dass jeder eingewanderte Moslem so fanatisch ist, dass er erstens kein anderes Recht als das göttliche anerkennt und zweitens jeden Glaubensbruder als Häretiker betrachtet, der dies anders sieht? Meinen Sie nicht, dass es, analog zu den Sonntags-Christen, auch unter Moslems genug Leute gibt, die im Zweifel jeden nach seiner Fasson glücklich werden lassen?

      Sind denn die muslimischen Polizisten und Anwälte alle entweder islamistische Undercoveragenten oder Verräter an ihrem Glauben?
      Zugegeben: dieser letzte Vorwurf wird ihnen bestimmt von manchem Moslem gemacht. Aber ich habe mich auch mit fundamentalistischen Christen in den USA unterhalten, in deren Augen ich gar kein richtiger Mensch war — und deren Macht und Einfluss macht mir mehr Sorge als der von islamischen Sturköpfen in Europa.

  9. nun, die schariagerichte haben/hatten (zur zeit) nur eingeschränkte kompetenz. aber es zeigt doch, daß die westliche rechtsstaatliche gerichtsbarkeit durch eine religionsideologie beginnend aufgeweicht wird. die kompetenzen werden erweitert werden. dies dürfte ganz klar das ziel der „wahren“ moslems sein.

    wozu brauchen muslime ihre eigenen gerichte? ist das ein integrationsbeitrag? es ist nichts anderes als der beginn, den islam incl. scharia (zunächst in einer harmlosen form) in den westlichen staat zu instalieren.

    und nochmal: ich rede über den islam als ideologie und nicht darüber, daß nicht alle moslems hardliner sind. die gefahr ist der islam, nicht die moslems.

    parallel könnte man argumentieren, auch nicht jeder nazi wollte die kz-morde und trotzdem sind sie passiert. die ideologie ist gefährlich, nicht die menschen.

    wir müssen also die moslems, denen wir im alltag begegnen und die ideologie getrennt betrachten. dann gibt es auch keine missverständnisse.

    glauben Sie denn, ich kenne nicht auch eine menge wirklich netter muslime? das ist aber nicht das problem.

    nach der ideologie geht der koran als unabänderliches unmittelbares gotteswort aber eben zwingend über die verfassung. ohne wenn und aber und wer das leugnet ist kein „wahrer“ muslim oder er lügt (sowas solls ja geben).

    selbstverständlich gibt es moderate muslime. gott sei dank!!!

    das bedeutet aber nicht, daß wir dem islam auch noch fördern müssen (steuern für moscheebau, kein schweinefleisch in schulkantinen, muslimische sondergerichte, tiertötungen gegen das tierschutzgesetz und vieles mehr).

    streiten sie denn ab, daß es – neben den „toleranten“ moslems in Ihrem persönlichen (um die es überhaupt nicht geht) auch die wirklichen hardliner in deutschland gibt? schauen Sie mal in die verbände und die vereine. da werden Sie schnell fündig. diese leute lernen Sie normalerweise nicht kennen.

    aber wir sind schon wieder bei menschen statt bei der ideologie :-) merken Sie, wie schnell man auf die falsche betrachtungsebene gerät?

    die frage, ob polizisten und anwälte verräter an ihrem glauben sind, ist ein bischen abstrakt. die frage habe ich auch schon mehrfach oben beantwortet.

    was die christlichen fundamentalisten in den usa betrifft, sehe ich das ähnlich skeptisch. nur: die sind in den usa (auch wenn sie dort möglicherweise macht haben, die auch in die politik ausstrahlt, keine frage).

    mich treibt mehr die sorge um, wie hierzulande die verfassung allmählich den bach runter geht.
    und zwar in rapidem tempo.

    ich habe heute auf schäubles islamkonferenzschwafelseite einen kleinen sehr sachlichen kommentar über die meiner meinung nach bestehende verfassungswidrigkeit des islam mit begründung der verfasungswidrigen elemente eingesandt, der sogar veröffentlicht (106) wurde.

    als antwort schrieb der zensor prompt, hass bringe uns nicht weiter.

    als ich nachfragte, wo ich von hass gesprochen hätte, wurde der kommentar unterdrückt.

    das macht mir sorge.

  10. Herr Heinzel,

    wird denn die Rechtsstaatlichkeit (interessantes Wort, das) durch Schariagerichte aufgeweicht? Es gab immer schon andere Möglichkeiten als einen Gerichtsprozess, wenn man einen Streit regeln wollte. Und ich hätte auch gar nichts gegen eigene buddhistische, christliche oder jüdische Sondergerichte einzuwenden, solange klar geregelt ist, dass ein solches Gerichtsurteil nicht bindend und das weltliche Gericht die letzte Instanz ist. Man sollte es nicht soweit treiben wie die Stauffer-Friedriche, die Anklagen gegen Juden nur vor jüdischen Gerichten zuließen, sonst haben wir tatsächlich gleichberechtigte Religionsgerichte und der Rechtsstaat, wie wir ihn kennen, existiert nicht mehr.
    Dies also zum Thema „Wozu muslimische Gerichte?“: warum eigentlich nicht? Die überarbeiteten Richter dürften sich freuen, wenn es noch mehr Möglichkeiten gibt, Streitfälle aussergerichtlich beizulegen.

    Was „das ziel der “wahren” moslems“ sein könnte, wage ich nicht zu raten, aber solange die Vorrangstellung der weltlichen Gerichtsbarkeit besteht, ist mir das auch ziemlich schnuppe. Und die wird so leicht nicht angetastet, hoffe ich.

    Was die Gefahr der „Ideologie Islam“ angeht:
    ich habe den Koran nur in Ausschnitten und Zitaten gelesen, nie ganz. Wenn Sie sagen, dass daraus eine ganz schreckliche und gefährliche Geisteshaltung entspringt, die Sie ja sogar in die Nähe der Nazis stellen, dann will ich das in dieser Diskussion erstmal nicht bestreiten. Die Frage bleibt, welche Macht radikale Moslems (oder meinetwegen auch militante Nazis, die gibt es vermutlich in höherer Zahl) in einer wehrhaften Demokratie erlangen können.

    Denn darauf läuft die Diskussion „Wie gefährlich ist der Islam für die Freiheitlich-Demokratische Grundordnung?“ doch hinaus: wie gefährlich kann irgendeine Ideologie uns werden?

    Schauen wir uns doch mal um: Es gibt heute schon Tausende von zornigen jungen Männern, die diesen Staat abschaffen wollen und statt dessen einen Staat nach ihren Vorstellungen hinstellen. Und diese Leute gehen auch gerne über Leichen und zünden Häuser an. Die stehen all den Alis, Hassans und Achmeds, die angeblich Deutschland überrennen wollen, an Gefährlichkeit nicht nach, oder?

    Und solange der Verfassungsschutz Neonazis, Linksextreme, islamistische Hassprediger und Feld-Wald-und-Wiesen-Verfassungsfeinde im Auge behält, hält sich meine Besorgnis in Grenzen. Ich sehe ein, dass islamistische Gruppen schon aufgrund der Sprache abgeschotteter sind als die traditionellen einheimischen Gewächse, aber Informanten sollte man auch da kriegen können.

    So.

    Und vor diesem Hintergrund sehe ich sowas wie „steuern für moscheebau, kein schweinefleisch in schulkantinen, muslimische sondergerichte“ recht entspannt (nebenbei: es sollte schon für Vegetarier ein fleischloses Gericht zur Auswahl stehen, darauf können Moslems und Juden dann ausweichen).
    tiertötungen gegen das tierschutzgesetz“ is nich, aber dafür hat man, wenn ich mir recht entsinne, auch ein legales Verfahren gefunden, das halal und koscher ist.

    Zu Ihrem Erlebnis auf der „schäubles islamkonferenzschwafelseite“ (Hach, es geht doch nichts über Höflichkeit. War ihr Kommentar dort eigentlich auch so schön sachlich, Herr Heinzel?) kann ich leider nichts sagen, aber wenn es sie beruhigt: ich halte Herrn Schäuble für eine weit größere Gefahr für die Verfassung als den Islam.

  11. Sie fangen an, mir dinge zu unterstellen, die ich nicht geschrieben habe. ich habe keine lust, erstmal alles richtig stellen zu müssen. andererseits habe ich das für mich entscheidende gesagt, ich will Ihnen und mir wiederholungen ersparen.

    herzlichen dank für Ihre geduld mit mir.

    mfg

  12. Ah, aber so einfach will ich Sie nicht ziehen lassen. Falls ich Ihnen etwas unterstellt habe, bitte ich Sie um Vergebung und darum, die Unterstellung zu korrigieren. Und bei der Gelegenheit möchte ich Sie gleich noch um Verzeihung bitten für die schnippische Bemerkung zum Thema „Höflichkeit auf Schäuble-Webseiten“: das war nicht sachdienlich.

    Aber bitte, Herr Heinzel, erläutern Sie es mir doch: wieso soll der Islam (und ich klammere jetzt auf Ihr Insistieren hin ausdrücklich den einzelnen Moslem aus und betrachte nur das Gedankengebäude) so viel gefährlicher sein als manche Ideologie, die ganz offiziell als verfassungsgefährdend eingestuft ist? Es mag ja sein, dass er subtiler vorgeht als Nazis und Kommis, intoleranter ist als das Christentum, sich schneller verbreitet als Scientology — aber auch, wenn all diese Behauptungen zutreffen sollten: meinen Sie nicht, dass die bestehenden Instrumente ausreichen, um die Verfassung zu schützen?

    Und wenn Sie meinen, dass die gesetzlich eingebauten Sicherungen gerade beim Islam versagen müssen, dann erklären Sie bitte, wieso und wo.

    Danke.

  13. Sie sind so freundlich zu mir, deswegen will ich gerne stellung nehmen:

    Ich hoffe, Sie finden mich nicht zu empfindlich und sensibel, wenn ich leider bemäkeln muss, daß auch Ihr letzter Kommentar eine unterstellung enthält:

    nirgendwo habe ich meiner erinnerung nach geschrieben, daß der islam als ideologie GEFÄHRLICHER ist, als andere, verfassungsfeindlich eingestufte ideologien, (wozu ich ohne weiteres nationalsozialismus und internationalsozialismus zählen möchte, ohne jetzt das thema wechseln zu wollen.)

    selbstverständlich sind alle diese ideologien als solche (unabhängig von der zahl der anhänger, welches das gefährungspotential selbstverständlich modifiziert) gleich gefährlich für den bestand unserer westlichen demokratie, denn keine dieser ideologien verträgt sich mit unseren verfassungswerten.

    der unterschied ist aber, daß in europa kaum jemand über die gefahren, die der freien gesellschaft durch den islam droht redet, sondern die verbreitung aus völliger unkenntnis dieser religion auch noch kräftig gefördert wird.

    nazis fördert – aus gutem grund – niemand.

    unsere verfassung ist zum einen nur so gut, wie die richter sie anwenden. zum anderen ist sie abänderbar und wurde auch schon häufig geändert. das setzt eine politische zahl von änderungswünschenden voraus, das ist klar.

    ich halte es nicht für unwahrscheinlich, sondern für sehr wahrscheinlich, daß sich in 30 oder 5o jahren die politischen kräfte durch geburten stark geändert haben dürften.

    würde es uns als freiheitlichem westen schaden, solche visionen und befürchtungen außerhalb des kurzfristigen täglichen tellerrandes zumindest prüfend ins kalkül zu ziehen?

    ich stimme Ihnen selbstverständlich zu, wenn Sie auf den gegenwärtigen Zeitpunkt abstellen, da steht die verfassung wie ein fels in der brandung (noch).

    aber hätten Sie die güte, mich darüber zu belehren, warum man eine erkennbar verfassungswidrige ideologie gegenwärtig auch noch fördern sollte, während andere durch die gesellschaft berechtigterweise „verteufelt“ werden?

    das würde mir sicher sehr weiterhelfen.

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