Montagabend, kurz nach Acht

Gerade hatte ich mich schon an den Rechner gesetzt, um einen kleinen Artikel zu schreiben über Sohnemann und seine Sonderheiten. Seit ein paar Tagen nämlich fordert er ein, dass man ihn einsperrt.

Einsperrt?

Einsperrt.

Normalerweise ist er ja frei: die Schlupfstangen haben wir vor einigen Wochen ausgebaut, nachdem er ihre Funktionsweise entdeckt und sie so ihres Zweckes beraubt hatte. Ausserdem hatten wir die Hoffnung, dass er dann morgens selber aufstehen könnte und sich friedlich selber ein halbes Stündchen beschäftigt, während seine Eltern noch ein wenig schlafen. Das war die Theorie. In der Praxis kommt er natürlich ins Schlafzimmer gedackelt, sobald er der Meinung ist, dass jetzt der Morgen angebrochen sei. Vielleicht müssen wir ihm auf dem Weg ins Elternschlafzimmer einfach genug Ablenkung hinlegen: alle paar Schritte ein Buch, ein Schnuffeltier, ein Auto… muss ich gleich mal ausprobieren.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja: Schlupfstangen raus. Das mit der stangenlosen Freiheit hat wunderbar funktioniert, und er schlüpft jetzt schneller durch die Lücke als sein Schatten. Auch tagsüber zwischendurch, zum kuscheln oder spielen. Auch abends, wenn er eigentlich einschlafen sollte. Tja. Das führte dann jedes Mal zu unschönen Machtkämpfen und viel Geschrei, bis wir als Stangenersatz einen Spanngurt über die Lücke im Bettgitter gezurrt haben. Ordentlich festgeratscht hält das bombig und zwingt ihn, naja, wenn nicht zur Ruhe, so doch immerhin zum Verbleib im Bett.

Das Sonderbare ist war, dass er seit ein paar Tagen manchmal schon selber beim Zubettgehen einfordert eingefordert hat, dass wir die „Tür“ einsetzen, also den Gurt vor die Lücke spannen. Offenbar ist war er in diesen Fällen müde genug, um schlafen zu wollen, aber realistisch genug, um zu wissen, dass er dem Sog der Freiheit nicht widerstehen können würde. Er hat sich also sozusagen selber in die geschlossene Schlafabteilung eingewiesen.

Das, ungefähr, war mein kleiner Simon und seine Zubettgehgewohnheiten-Artikel.

Aber offenbar ist er schon veraltet, denn wir sind heute abend in eine neue Phase eingetreten: Simon kann über das Gitter klettern. Ich sehe viele interessante Abende auf uns zukommen…

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3 Antworten zu “Montagabend, kurz nach Acht

  1. Da ist euch euer Sohn ja um einiges voraus. Die faulen Eltern schaffen es offenbar gerade noch ne Treppe hoch – oder wo war der Herr heute abend schon wieder?! Nicht in der Kletterhalle! };->

  2. Oh, hatte ich vergessen zu erwähnen, dass ich meine Hobbies reduziert habe auf Simon, Hausbau und den gelegentlichen Spieleabend? Die Kletterausrüstung ist seit zwei Jahren verliehen und wurde bisher noch nicht einmal vermisst.

    Doch: einen der Karabiner hätte ich zwischendurch gerne mal gehabt, aber sonst…

  3. Vielleicht solltet ihr eure Taktik ändern … nicht Sohnemann einsperren, sondern euch selber kindersicher im Schlafzimmer verbarrikadieren. Dann kann Simon in Ruhe die Wohnung inspizieren während ihr weiter den Schlaf des Gerechten schlaft :) Das gelegentliche Scheppern und Klirren wird euch doch wohl nicht aus der Ruhe bringen? Und was war das? Er hat doch nicht etwa gelernt, die Balkontür alleine aufzumachen? Nein, nein, das war nur die Tür zum Treppenhaus … na dann ist ja gut ;)

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