Bakker, Bakker und kein Ende

Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute sich von Bakker und deren Werbestrategie veralbert vorkommen. Die Kommentare zum Artikel „Bakker hat 50.000 Euro verlost?“ kommen mittlerweile täglich, und es ist immer dasselbe Lied: einen Brief von Bakker gekriegt, das Gewinnversprechen geglaubt, drauf geantwortet, nie wieder was gehört. Man sollte meinen, dass sich mittlerweile genug Leute bei Bakker beschwert haben müssten, dass sogar deren dummdreiste Marketingfuzzis den Wink mit dem Zaunpfahl gekriegt haben sollten.

Offenbar muss man da dickere Geschütze auffahren. Dummerweise fehlt mir inzwischen völlig der Anlass, denn wir haben seit Jahren schon keine weiteren Bakker-Gewinnspiel-Briefe mehr gekriegt — sind wir bei denen auf einer schwarzen Liste gelandet? Und die Briefe von damals sind längst zu Klopapier oder ähnlichem recyclet, das kann ich also auch nicht mehr zum Aufhänger nehmen.

Vielleicht sollte einfach mal die BILD-Zeitung eine ihrer plumpen Kampagnen starten, mit einer Riesenschlagzeile wie  „Millionen von Deutschen sagen: Herr Bakker, hören Sie auf, uns zu verarschen!“. Das dürfte innerhalb von 72 Stunden für eine grundlegende Änderung der Bakkerschen Werbestrategie sorgen…

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5 Antworten zu “Bakker, Bakker und kein Ende

  1. Vor nicht langer Zeit hatte ich eine entnervende Serie von Dialogen mit meiner Nachbarin, die solche „Sie haben gewonnen“-Briefe glaubt. Nun gut, einer war clever gemacht, man sollte „nur noch“ anrufen und bestätigen. Den Betrag der resultierenden Telefonrechnung verschweige ich hier.
    Die Rechtslage, zwecks Verklagen auf die Herausgabe des Gewinns ist unterschiedlich. In Deutschland ist sowas legal, in anderen Ländern zum Teil nicht. Und selbst wenn nicht — man muss da ja erst mal jemanden finden, haftbar machen und dann noch Recht und Geld bekommen.
    Wenn sie einem richtig auf den Sack gehen — befreundeten Anwalt einen ganz freundlichen kurzen Brief schreiben lassen. Klappt, man hört in der Regel nie mehr was.
    Ich glaube mit Kampagnen à la „Millionen Fliegen fressen Schei…. “ — äh, „…Deutsche … lesen Bild-Zeitung“ muss es heißen — sorgt man nur für einen Werbe-boost.
    Wenn genug Leute in Opposition gehen, finden Andere das allein schon aus heimlicher anarchischer Neigung schon wieder im Gegenzug gut.
    Siehe Guttenberg. :D

    • Die Rechtslage, zwecks Verklagen auf die Herausgabe des Gewinns ist unterschiedlich. In Deutschland ist sowas legal, in anderen Ländern zum Teil nicht. Und selbst wenn nicht — man muss da ja erst mal jemanden finden, haftbar machen und dann noch Recht und Geld bekommen.

      Naja, wenn die Formulierung irreführend genug ist und die Aufklärung im Kleingedruckten klein genug gedruckt, dann werten auch Gerichte sowas durchaus mal als Betrugsversuch. Und das mit dem Finden sollte bei einer Firma mit deutscher Adresse und Eintrag im Handelsregister nicht das Problem sein, oder?

      Und was Guttenberg angeht:

      Wenn genug Leute in Opposition gehen, finden Andere das allein schon aus heimlicher anarchischer Neigung schon wieder im Gegenzug gut.
      Siehe Guttenberg. :D

      Anarchische Neigung? Nein! Das ist kein Aufbegehren gegen die Masse, sondern planlose Schutzbedürftigkeit! Da ist ein strahlender Held, dem man (wenn auch nur etwas diffus) alles mögliche zutraut und bei dem man sich daher gut aufgehoben fühlt. Was der Mann im Einzelnen vollbracht hat, kann man gar nicht so genau sagen, aber er sieht gut aus, wirkt tatkräftig, charmant und erfolgreich, und die BILD-Zeitung berichtet positiv über ihn. Und adelig ist er auch noch, was will man mehr!
      Dass die Leute jetzt auf Facebook und sonstwo laut weinen, weil man ihnen ihren Helden weggenommen hat, ist doch klar: jetzt haben sie wieder nur ihre alten Langweiler-Politiker, die den Laden wieder und wieder vor die Wand gefahren haben. Wohin das Auge auch blickt: nirgendwo ein strahlender Retter in Sicht…

  2. Genau. Wie mir das Damsel In Distress-Getue auf den Nerv geht.
    Ich brauch einen Volksvertreter, bitte, dafür lebe ich in einer Demokratie — und ich fühle mich selten vertreten. Und bitte, Guttenberg ist doch nicht gutaussehend. *yuk… Davon abgesehen, dass das bei Politikern eine völlig redundante Eigenschaft wäre.

    Und nein, Firmensitz war natürlich nicht Deutschland, und Klagen laufen gegen die Firma Dutzende. Was nicht heißt, dass man sich nicht einer Sammelklage anschließen sollte. Das Problem war eher, dass die Betreffende Dame zwar „sympathischen“ Herren mit angeblichem Doktortitel auf Werbeflyern glaubt (Guttenberg-Faktor, auch hier), aber grundsätzlich nicht die 10 Seiten, die man ihr aus dem Internet ausdruckt, von Stiftung Warentest bis Verbraucherschutz. Denn das Internet ist ja böse, wissen wir ja aus dem Fernsehen.

    Da kann man nix machen!

  3. Man sollte vielleicht doch ein wenig die verschiedenen Fälle differenziert betrachten.
    Es gibt Unternehmen wie z.B. Bakker, die als zusätzliche verkaufsfördernde Maßnahme die Teilnahme an einem Gewinnspiel anbietet. Der Mechanismus ist dann auch immer ähnlich: „wenn Sie Teilnahmecode xyz haben, dann können Sie teilnehmen und dann könnten Sie im Gewinnfall xxx Euro gewonnen haben.“ Solche verkaufsförndernden Maßnahmen finde ich persönlich nicht toll, Sie sind aber aus meiner Sicht eindeutig und nicht irreführend.
    Anders verhält es sich, wenn man wie bei anderen Firmen angerufen wird oder mittels eines Gewinnspiels unbewusst ein Abo abschliesst, oder aber ein eindeutiges Gewinnversprechen (dann muss er aber auch schon konkret heissen, z.B. Sie haben xxx Euro gewonnen) erhält – dies ist dann schon irreführend und nicht legal.

  4. Fühle mich von Bakker völlig verarscht, bestelle nie mehr

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