Archiv der Kategorie: Internet-Fundstücke

Schland, o Schland

Bin ich der einzige, der beim aktuellen Schland-o-Schland-Medienhype an einen Star-Wars-Bösewicht denken muss?

„Bobba Fett gegen Schlando Schland — Duell auf Ulbar“, oder so?

Nein?

Niemand?

Warum reden nicht mehr Politiker Klartext?

Aus einer Bundestagsdebatte zum Thema „Rettungspaket für Griechenland“.
Naaa, wer hat’s gesagt?

Die Währungsunion wird uns um die Ohren fliegen, wenn Sie Zockerbanken und Hedgefonds weiter spekulieren lassen, wenn Sie weiter zulassen, dass ganze Staaten in die Pleite spekuliert werden und wenn Sie die aberwitzigen Finanzinstrumente, die das alles ermöglichen, nicht endlich verbieten.

(…)

In Deutschland ist der Schuldenberg nach Angaben der Bundesbank allein infolge der Bankenrettung um 98 Milliarden Euro angestiegen, 98 Milliarden Euro Schulden, die wir alle an der Backe haben. Gleichzeitig macht die Deutsche Bank, eine der indirekten Hauptprofiteure dieses Rettungspakets, schon wieder 30 Prozent Eigenkapitalrendite, erhöht die Dividende um 50 Prozent und zahlt Herrn Ackermann einen Bonus von 10 Millionen Euro. Zu diesem Glanzergebnis, das die Deutsche Bank da gemacht hat, das sei nur nebenbei erwähnt, hat gerade das Geschäft mit und die Spekulation gegen Staatsanleihen entscheidend beigetragen.

Ja, das ist doch so, als wenn ein Einbrecher mir mein Haus leerräumt, und ich anschließend zu diesem Einbrecher hingehe und sage: Bitte, gib mir einen Kredit, damit ich mich neu einrichten kann. Und dann sehe ich auch noch zu, wie dieser Einbrecher die Zinsen auf den Kredit immer weiter nach oben treibt, im Extremfall so weit, dass ich nicht mehr zahlungsfähig bin. Dann schickt er mir einen Gerichtsvollzieher ins Haus, der das Haus zum zweiten Mal leerräumt und auch noch alles mitgehen lässt, was der Einbrecher beim ersten Mal noch nicht mitgenommen hat. Das ist das, was Sie gegenüber den Banken machen.

(…)

Geben Sie doch lieber zu, dass Sie schlicht und ergreifend zu feige sind, die Finanzhaie an die Kandare zu nehmen

Je mehr ich zu diesem Thema lese, desto öfter denke ich: „Die Frau hat recht!“

Tschüss, Frau Ami!

Tja, das war es dann wohl. Frau Ami hatte ja schon diverse Male über das Bloggen und das Aufhören damit gegrübelt, sie hatte Blogfasten gemacht und Auszeiten genommen, und jetzt ist wohl erstmal Schluss.

Schade: ihre Artikel waren immer flott geschrieben und haben erheitert oder nachdenklich gemacht oder wütend. Egal ob es um Probleme mit Waldorf-KiTas ging oder um das revolutionäre Konzept von „Freiheit für Blaubeeren!„, um problematische Jugendliche oder um köstliche Kochrezepte — ich habe mich immer schon vorgefreut, wenn ich ihre Seite besucht habe. Sie wird mir fehlen, mit ihrer hökscht! eigenen Mischmundart und ihren Einfällen und Einsichten.

Tschüss, Frau Ami.

Vielleicht kommen Sie ja doch mal wieder.

Die Tattúínárdœla-Sage

Ich kenne einige Leute, die sich bei der Lektüre der isländischen Originalquellen der Star-Wars-Saga so richtig beömmeln werden…

Dumm-di-dah-da

Mit kranken Kindern, da kriegt man Schlafentzug:
Fünfeinhalb Stunden? Für wen ist das genug?
Nach ein paar Tagen schon läuft man halbtot rum!
Zombiepapa, Zombiepapa, Zombiepapa, Zombiepapa

Unserem Großen geht’s nicht mehr ganz so flau,
Doch jetzt beim Kleinen, da weiß man nicht genau:
entweder Pseudokrupp oder Err-Ess-Vau
Zombiepapa, Zombiepapa, Zombiepapa, Zombiepapa

Auch unser Auto, das kränkelt leider schon:
kurz vor der Arztpraxis erklingt ein fieser Ton,
denn ohne Auspuff bringts fünfmal soviel Phon
Rött-töttöttött, Rött-töttöttött, Rött-töttöttött, Rött-töttöttött

Und um die besteste Frau von ganzes Welt
ist es gerade nicht allzu gut bestellt,
weil ihre linke Hand lieber nichts mehr hält:
Karpaltunnel, Karpaltunnel, Karpaltunnel, Karpaltunnel…

(summt) Hm-hmhmhm, hm-hmhmhm, hm-hmhmhm, hm-hmhmhm

Hmnja.

Aber sonst geht es uns ganz gut, vielen Dank.

(Das Ganze war übrigens inspiriert von diesem Video
(hübscher Junge da, mit den „tangled sheets“, oder?) mit u.a. Neil Gaiman, Cory Doctorow, Bruce Schneier und den Nielsen Haydens,

welches eine Vertonung war von diesem xkcd-Comic

welches inspiriert war von dieser Werbung für den Discovery-Channel,

welche natürlich wiederum abgeleitet ist vom bekannten „I like the flowers / I like the daffodils“.

Und jetzt warte ich, wer sich demnächst auf diese „I love xkcd“-Geschichte beruft.)

Die ZEIT über den aktuellen Sicherheitswahn

Die ZEIT hat einen Ausschnitt veröffentlicht aus dem neuen Buch von Juli Zeh und Ilija Trojanow. Der Titel des Artikels: „Staatliche Überwachung — Sicherheit total“. Lesepflicht!

„Und wie steht es mit Ihrer Lebensgefährtin, die kauft jede Menge Haarfärber, Fleckenlöser und Batterien. Das bedeutet: Wasserstoffperoxid, Azeton, Schwefelsäure! Halten Sie uns für blöd? Daraus kann jeder Idiot eine Bombe bauen. Natürlich behaupten Sie, Ihre Lebensgefährtin habe nicht vor, eine Bombe zu bauen. Das würde jeder antworten. Sollten Sie allerdings die Wahrheit sagen – wo liegt dann das Problem? Wir helfen Ihnen doch nur, diesen Verdacht aus der Welt zu schaffen, indem wir genau hinschauen. Das muss auch für Sie eine Erleichterung sein.“

„Externe Mitarbeiter“ in Ministerien ans Licht!

Seit Monaten lese ich regelmäßig bei LobbyControl, was für undurchsichtige Sachen in deutschen Ministerien ablaufen. Glaubt denn irgendjemand, dass Gesetze neutral und objektiv sind, wenn ihre Verfasser von der Industrie bezahlt werden statt vom Bürger?

Jetzt gibt es eine Petition, um die Verwaltungsvorschrift zu überarbeiten, welche vor einem Jahr halbherzig den Lobby-Sumpf trockenlegen sollte:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Mitwirkung von externen Mitarbeitern in deutschen Bundesministerien an einer zentralen Stelle zeitnah veröffentlicht wird.

Es sollten mindestens folgende Informationen offen gelegt werden:
Gesamtzahl der externen Mitarbeiter,
Tätigkeitsbereiche,
Bearbeitete Projekte,
Bereitstellendes Unternehmen oder Organisation

Begründung

Durch externe Mitarbeiter in Bundesministerien können Interessengruppen oder Unternehmen direkten Einfluss auf die Arbeit der Bundesministerien nehmen. Hierdurch besteht die Gefahr, dass die Arbeit der Bundesministerien von ihrem im Grundgesetz festgelegt Umsetzungsgebot von Parlament und Rechtsprechung beeinflusst werden. Daher besteht aus meiner Sicht zumindest ein öffentliches Interesse zu erfahren, welche Interessengruppen oder Unternehmen in die Arbeit von Bundesministerien involviert sind. Dies sollte für die Öffentlichkeit an einer zentralen Stelle zeitnah einsehrbar sein.