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*räusper*Hinterfotzige Arschlöcher*räusper*

Leider weiß ich nicht mehr, in welchem Zusammenhang ich neulich ausgerechnet über das Wort „hinterfotzig“ sinnierte, aber mir fiel auf, dass es (zumindest in nördlichen Breiten) ziemlich ausgestorben ist. Oder nicht? Handzeichen, bitte: wer hat innerhalb der letzten drei Monate das Wort „hinterfotzig“ nördlich von Köln in freier Rede gehört?Dann habe ich ein wenig gegrübelt, was dieses Wort eigentlich bedeutet und wo es herkommt. Wikipedia behauptet ja, es leite sich vom Bayerischen her, wo angeblich „Fotzn“ soviel heißt wie „Maul“ und dementsprechend „hinterfotzig“ sowas wie „hinterrücks schlecht redend“ oder so. Diese Bayern, hach: irgendwie sind sie ja putzig…

Das bedeutet natürlich, dass jeder Pennäler fröhlich diesen Begriff verwenden kann, weil er sich, wenn er angeschnauzt wird, jederzeit damit herausreden kann, dass das Wort ja gar nicht so schlimm ist, wie es klingt: „Nein, woran Sie schon wieder denken!“

Da gefällt mir meine Herleitung doch viel besser:
„Hinterfotzig“ kommt natürlich in Wirklichkeit aus der frühmittelalterlichen Hurensprache und bezeichnet jemand, der sich verhält wie die „hintere Fotze“, also ein Arschloch. Ein hinterfotziges Arschloch ist also doppelt gemoppelt. So einfach ist das.

Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn es heißt: „Onkel Christian erklärt die Welt“, diesmal mit dem Thema „Papa, was heißt eigentlich Syphilitischer Hurenbock„?