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Wieder mal NaNoWriMo

Wieder mal November, wieder mal National Novel Writing Month, wieder mal hacken überall auf der Welt Tausende von Leuten Millionen von Wörtern in die Tastaturen, wieder mal macht Frau Jordans mit und wieder mal drücke ich mich. Jetzt könnte ich natürlich als Entschuldigung anführen, dass ich die ersten Tage des Monats auf einem Seminar war und keine Zeit hatte, und in den nächsten Tagen habe ich auch noch einige Termine, aber das ist alles nicht der Hauptgrund.

Der Hauptgrund ist einfach, dass im Moment keine Geschichte rauswill.

OK, irgendwo schwirrt noch die Selbstmörder-Prinzessin im Hinterkopf rum, aber da fehlt zwischen Anfang und Ende noch einiges an spannender Handlung. Und ich weiß, dass ich mich gerne mittendrin von meinen Charakteren überraschen lasse, aber das sind dann Überraschungen, die sich in einer eigentlich anders geplanten Situation ergeben.

Ich segele ungern völlig planlos in den Nebel. Wenigstens ein paar Eckpunkte sollten klar sein, sowas wie A-B-C-G-K-Q-R-Z. Von mir aus sind A oder Z auch optional, und wenn ich bei C bin, dann werde ich schon irgendwie nach G kommen — aber die kühne Fahrt von A nach Z ohne eine Ahnung, wo ich zwischendurch festen Boden unter die Füße kriege? Nee.

Da fehlt mir auch der Druck, das Ding zu Papier zu bringen. In diesem Stadium ist die Geschichte derart unreif, dass sie sich noch lange hält. Und da lasse ich ihr lieber noch ein wenig Zeit und stecke meine statt dessen in Familie, Arbeit, Freunde, Spielen, Hausbau…

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Unser tägliches Wort gib uns heute

Vor ein paar Tagen hatte ich mir vorgenommen, ab jetzt täglich 100 Wörter an meiner Fantasy-Geschichte weiterzuschreiben. Bei dem Tempo werde ich dann in ungefähr zwei Jahren bei 100.000 Wörtern sein; das ist schon eine gute Größe für ein Buch. Noch ein paar Wochen oder Monate redigieren, dann sollte das in spätestens drei Jahren stehen.

Bisher hat das mit dem täglich-ein-Bißchen-Schreiben auch ganz gut geklappt, obwohl mir dazu noch eine dedizierte Tageszeit fehlt. Wenn ich das ans Ende des Tages klemme und irgendwann zwischen Abendessen und Zu-Bett-Gehen erledige, dann gibt es heftige Konkurrenz durch Hausarbeit, gemeinsames Freizeitprogramm und gelegentliches abendliches Ausgehen. Morgens bin ich froh, wenn ich es irgendwie schaffe, um 5:50 Uhr aus dem Bett zu rollen — noch früher aufstehen wäre wirklich, wirklich hart! Ausserdem müsste ich dann auch früher ins Bett, und ich bin sowieso schon derjenige von uns beiden, der abends eher mit Gähnen anfängt. Der Vorschlag, dass mein geliebtes Eheweib ab jetzt einfach alleine Buffy guckt und Civi spielt, wird auf wenig Gegenliebe stoßen…

Jedenfalls ist mir, als ich die vom letzten NaNoWriMo liegengebliebene Geschichte wieder aufgegriffen habe, aufgefallen, wie planlos ich drauflos geschrieben habe. Das ist ja OK, wenn man einfach nur Wörter kloppen möchte und nach 30 Tagen bei 50.000 sein will, aber wenn ich jetzt ein ruhigeres Tempo anschlage, dann möchte ich nicht für die Tonne schreiben. Und was da alles zu verbessern ist! Nur als Beispiel: mir ist noch gar nicht klar, was für eine Atmosphäre herrschen soll. Ich ertappe mich dabei, dass sich langatmige Beschreibungen von Verletzungen und Leiden, von Entbehrung, Mord, Totschlag und anderen Widrigkeiten abwechseln mit flapsigen Witzen, was (zumindest so, wie ich es gemacht habe) die Bedrohung für den Protagonisten gleich relativiert.

Ach je. Hoffentlich kommt sowas irgendwann mal von alleine, ohne dass ich darüber nachdenken muss, so wie das Schalten beim Autofahren oder die Körperhaltung beim Singen.