Schokokuss-Esstechnik

(Ursprünglich hieß dieser Artikel „Schokokussessstrategien“, aber dasss ssschienen mir dann doch zzzuviele sss zzzu sssein. Ausserdem muss man da zweimal hinsehen, um es zerlegen zu können — muss ja nicht.)

In der Mensa ging es neulich um Schokoküsse und wie diverse Kinder und andere Verwandte diese essen. An Techniken wurden beobachtet:

  • zuerst ringsum die Schokohülle abknabbern, dann den weißen Schaum auf einen Teller fallen lassen und die Waffel essen, zum Schluss den Schaum löffeln
  • zuerst ringsum die Schokohülle abknabbern. Dann vergewissern, dass niemand zusieht, und den Finger in den weißen Schaum bohren. Schokokuss umdrehen, um die Waffel zu essen, zum Schluss den Schaumfinger in den Mund stecken
  • zuerst den Schokokuss umdrehen und die Waffel wegknabbern, dann den Schokokuss in den Mund stecken und zum Schluss die Schokoladenfinger ablecken
  • zuerst den Schokokuss bis auf die Waffel abbeißen, danach die Waffel essen
  • den Schokokuss am Stück in den Mund schieben, fertig.

In freier Wildbahn noch nicht beobachtet wurde:

  • zuerst den Schokoladendeckel abknabbern, dann den Schaum rauslöffeln, dann die Schokoladenwände verputzen und schließlich die Waffel essen
  • Schokokuss mit Messer und Gabel verspeisen

Da kriege ich jetzt richtig Lust, mir anzuschauen, was der Zwerg mit einem Schokokuss alles anstellt. Andererseits ist unsere Küche momentan noch fast richtig sauber…

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8 Antworten zu “Schokokuss-Esstechnik

  1. Eigens angewandte Technik
    und für gut befunden:
    – Schokohülle abknabbern *knackschmelz*
    – zuckersüßen Schaum auf der Zunge zergehen lassen *mhhhh*
    – Waffelboden verputzen *knusper*
    und zu guter letzt
    – total verklebte Finger gründlichst sauber lecken und dann schnell Hände waschen…
    Teller? Gabel? Messer? … unglaubwürdig ;)

  2. Schokokuss-Essthetik – bäääh!

  3. Ich bin eindeutig eine Waffel-zuerst-Esserin. Ich mag naemlich eigentlich keine Waffeln. Oder zumindest mochte ich die frueher nicht. Also loese ich zuerst vorsichtig die Waffel mit den Zaehnen von der Schaumfuellung (gibt ausserdem den Blick freu auf das huebsche Rautenmuster im Zuckerschaum) und wuerge sie hinunter, bevor ich mich dann mit Genuss dem restlichen Schokokuss (ich finde uebrigens immer noch, dass die Dinger Negerkuss heissen und alles andere alberen politische korrekte Rumhampelei ist) zuwende. Mein Lieblingsstueckchen ist dann die Schokolade oben an der Spitze, die da meistens ein ganz kleines bisschen dicker und knackiger ist.

    Und dann gibt es da noch diese Mini-Dinger, die eigentlich keine echten Negerkuesse sind, sondern pralinenartig mit einem Happs im Mund verschwinden. Nicht vergleichbar.

  4. Du hast eine wichtige Form des Negerkussessens vergessen. Auf dem Brötchen als Quetschbrötchen. Hmm lecker.

  5. Meine Taktik war immer so ähnlich wie die erste der nichtbeobachteten Varianten: Oberstes Viertel der Schokohülle mit den Zähnen abpellen, dann mit der Zunge den ganzen Schaum rausholen, schließlich den Rest mit einem Bissen verspeisen. Dass diese Variante von dir bisher nicht beobachtet wurde, finde ich weniger überraschend.

    Zur Wortwahl: Im dtv-Atlas zur Deutschen Sprache gibt es eine schöne Karte, der zufolge „Negerkuss“ die nördlichen und östlichen Bundesländer regiert, während im Rest auch „Mohrenkopf“ (und in der Schweiz „Mohrechopfe“) verbreitet ist. In Österreich sagen sie „Schwedenbombe“, was mir auch von klein auf durch Christine Nöstlingers Romane bekannt ist. „Schokokuss“ habe ich bisher nur von einer Mutter, die sich um große politische Korrektheit bemüht hat, gehört, „Schaumkuss“ heißt es auf manchen Packungen, sonst kenne ich nur die Deonymisierung (das Wort musste ich selber nachschlagen) von „Dickmann’s“.

  6. Ich merke schon: die Soziologen und Psychologen haben bisher ein weites Betätigungsfeld sträflich unbeackert gelassen. Wo bleiben in der Brigitte die Psychotests à la „Was für ein Liebhaber-Typ ist er? Der große Schokokuss-Esstest!“???

  7. Ist das dann so ähnlich wie „Was seine Lieblingseissorte über ihn verrät“:

    Vanille – Vanilla (muss man mehr sagen?)
    Erdbeer – Kindisch …

  8. “Mohrechopfe”… und der Knoten in der Zunge sitzt fest.

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