Kann mir das mal jemand übersetzen?

Neulich sah ich ein S.Oliv*r-T-Shirt mit dem Aufdruck
Worker can never be the experience to have fun.

Ey, watt?

Wenn man diese Begriffe einfach mal so hoppla! in die Luft wirft und sie entspannt auf sich einregnen lässt, dann sieht man, dass es vielleicht möglicherweise eventuell ganz vage irgendwas mit Arbeitern und Spaß zu tun hat. Ob Arbeiter nie Spaß haben oder eher keinen Spaß machen kommt nicht so richtig raus — aber wie denn auch? Vielleicht hätten die Rottendorfer Modemenschen lieber einen Englisch-Muttersprachler fragen sollen an Stelle eines Praktikanten in der Mittelstufe, der vermutlich schon Englisch abgewählt hat.

Immerhin ist der Aufdruck in seiner Sinnlosigkeit annähernd poetisch. Das Ganze erinnert an Chomsky und sein „Colorless green ideas sleep furiously“. Schade, dass es sicher nicht so gedacht war…

Eigentlich geht das ja noch mit dem „Worker can never be the experience to have fun“. Immerhin ist es eine Fremdsprache, das muss nicht jeder unbedingt verstehen. Auch das hier zu Lande weitverbreitete Englisch lesen die meisten halt nicht automatisch, wenn es ihnen vor die Nase kommt. Aber trotzdem: ich verstehe nicht, warum Leute sich so gar nicht dafür interessieren, was sie da auf den Klamotten verkünden. Wenn die Blondine im Bus eine Jacke trägt, auf der hinten „Fotze“ steht, dann kann das ja noch trotzige Selbstbehauptung und eine Herausforderung an das Patriarchat sein. Aber jede Wette: wenn eine große Modefirma wie S.Oliv*r Klamotten auf dem Markt wirft, auf denen auf Deutsch steht: „Ich bin strunzdumm und habe Syphilis“, dann werden die Teile sich nicht schlechter verkaufen als andere, auf denen steht „Kick me — I like it“.

Bin ich denn der Einzige, der Text auf Kleidung eine Bedeutung zumisst? Wenn mein Gegenüber ein T-Shirt trägt mit dem Aufdruck „Finisher Münster-Marathon 2008“, dann gehe ich davon aus, dass er ein Läufer ist oder zumindest einen kennt, der ihm das Ding geschenkt hat. Genauso erwarte ich bei High-School-Jacken, „MIT Swim Team“-Trainingsanzügen oder „Golfclub Oberammergau“-Kappen wenigstens irgendeinen Bezug zu der entsprechenden Organisation.

Hinter jedem meiner Kleidungsstücke mit Aufdruck steckt eine Geschichte. Und keine davon hat was mit „be the experience to have fun“ zu tun.

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7 Antworten zu “Kann mir das mal jemand übersetzen?

  1. „All your base are belong to us“ sag ich nur :)

    Vielleicht ist es ja ein Scherz der Arbeiter in den chinesischen, thailändischen oder sonstigen südostasiatischen Sweatshops wo die Dinger produziert werden. Die haben nämlich wahrscheinlich wirklich sonst nicht viel zu lachen.

  2. Also auf mir steht heute „Freeride“ drauf… das mag nun jeder interpretieren wie er will ;-)

  3. @ Capella: Ja, ich habe auch schon überlegt, ob der deutsche Produktverantwortliche einfach dem thailändischen T-Shirt-Fabrik-Verantwortlichen am Telefon gesagt hat: „Yess, ant zen hyou tshust make somzink on zere, hyou know? Tshust zink of somezink, like, Hy don’t know, ‚How is life?‘, or somzink, OK?“

  4. ich unterschreibe jeden einzelnen satz. auch ich schüttel öfters den kopp angesichts der seltsamen statements, die menschen so auf ihrer brust (oder rücken) mit sich rumtragen. bei jedem t-shirt kauf gilt mein erster blick dem geschreibsel. wenn das nicht passt, zu mir passt, gibt es das nicht.
    (ich kann zb keine marc.o.polo bez. es.prit t-shirts mit jahreszahlen drauf anziehen, wenn diese jahreszahl nicht meinem geburtsjahr entspricht. 76, 68, 69 – alles dabei. nur meins nicht:))

  5. @amidelanuit: Zum Glück kann man sowas ja noch selber herstellen, weil Jahreszahlen recht einfach zu gestalten sind. Spreadshirt.net hilft bei sowas.

  6. Hm, vielleicht sind T-shirt sprüche/Aufdrucke
    so ne Art Gebrauchsanweisung zum Tollsein…
    In der Art von traditionellen Zen-Haiku Gebrauchsanweisungen für Videorecorder like:
    „Tuer mach Stecker in Puts ein zu drück Sie“

  7. @RobVader:
    Tja, nur schade, dass ich das dann nicht verstehe und deshalb auch nie toll werde.

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